In dieser Woche wurden die Kapitel 10 und 12 aus dem Musgrave behandelt.

Alan Musgrave – 1993:
Können wir irgendetwas mit absoluter Gewissheit wissen? Dogmatiker glauben, dass wir es können, Skeptiker glauben, dass wir es nicht können – und die Erkenntnistheorie ist die große Debatte zwischen diesen beiden Positionen.
Einige Dogmatiker suchen Gewissheit in den Erkenntnissen der Sinne. Skeptiker widersprechen und argumentieren, dass die Sinne keine ausreichende Grundlage für sicheres Wissen bieten. Andere Dogmatiker suchen Gewissheit in den Einsichten der
reinen Vernunft. Skeptiker entgegnen, dass rationale Selbst-Evidenz keine Garantie für Wahrheit ist.
Dieses Buch bietet eine einführende und historisch fundierte Übersicht über diese Debatte und schlägt sich größtenteils auf die Seite des Skeptizismus. Es zeigt, dass der Versuch, den Skeptizismus zu widerlegen, oft zu Idealismus oder Antirealismus geführt hat.
Skeptizismus, Wissenschaft und gesunder Menschenverstand ergeben eine dritte Perspektive: den Fallibilismus oder kritischen Rationalismus. Diese Sichtweise besagt, dass wir – wie die Skeptiker behaupten – nur wenig oder gar kein absolut sicheres Wissen haben können. Dennoch besitzen wir eine Fülle von spekulativem Wissen. Der Fallibilismus verbindet diese Position mit einem kompromisslosen Realismus in Bezug auf Wahrnehmung, Wissenschaft und die Natur der Wahrheit.
(Eigene Übersetzung der Beschreibung von Cambridge University Press)
ISBN: 9780521436250