“Making a Mind versus Modeling the Brain: Artificial Intelligence Back at a Branchpoint”

Hubert L. Dreyfus, Stuart E. Dreyfus – 1991
In den frühen 1950er Jahren, als Rechenmaschinen zunehmend leistungsfähiger wurden, erkannten einige wegweisende Denker, dass digitale Computer mehr sein könnten als bloße Zahlenverarbeiter. Zu diesem Zeitpunkt entstanden zwei gegensätzliche Vorstellungen darüber, was Computer sein könnten – jeweils mit einem korrespondierenden Forschungsprogramm –, die um Anerkennung rangen. Die eine Strömung betrachtete Computer als Systeme zur Manipulation mentaler Symbole, die andere als ein Medium zur Modellierung des Gehirns. Erstere wollte Computer nutzen, um eine formale Repräsentation der Welt zu realisieren; letztere strebte danach, die Interaktionen von Neuronen zu simulieren. Die eine Strömung sah Problemlösung als das zentrale Paradigma von Intelligenz; die andere betonte das Lernen. Während die eine auf Logik setzte, bediente sich die andere der Statistik. Die erste Schule war Erbin der rationalistischen, reduktionistischen Tradition der Philosophie; die zweite verstand sich als idealisierte, ganzheitliche Neurowissenschaft.
(Eigene Übersetzung des Abstracts von Springer Nature)

DOI: https://doi.org/10.1007/978-1-4471-1776-6_3