
Arthur Schopenhauer – 2020
Die philosophische Dissertation erschien 1813. Die Formulierung des Satzes vom zureichenden Grund übernahm Schopenhauer von Christian Wolff, wobei er sie in seiner Übersetzung allerdings vereinfacht: „Nihil est sine ratione cur potius sit, quam non sit. – Nichts ist ohne Grund, warum es sei.“ Diesen Satz wertet Schopenhauer als das apriorische und zugleich wichtigste Fundament aller wissenschaftlichen Erkenntnis. In einem der eigentlichen Untersuchung vorangestellten philosophiegeschichtlichen Streifzug greift er bis auf Platon
zurück und zeigt, dass erst Leibniz die definitive Formulierung des Satzes gefunden hat. Alle seither erfolgten Auseinandersetzungen mit dem Problem des zureichenden Grundes erscheinen dem Verfasser deshalb als unzulänglich, weil in keinem Fall die vier verschiedenen Gestalten des Satzes erkannt und auseinandergehalten worden seien. Ebenso kritisch steht Schopenhauer den bis zu seiner Zeit unternommenen Versuchen gegenüber, den Satz zu beweisen, der gerade als die auch im methodologischen Bereich fundamentalste Aussage nicht bewiesen werden kann. Dies wird vor allem an der dritten Gestalt des Satzes verdeutlicht. Wenngleich Schopenhauer wie Kant (Kritik der reinen Vernunft) die apriorische Gültigkeit des Satzes nicht infrage stellt, so sucht er doch den Kant’schen Beweis der Apriorität des Gesetzes der Kausalität für alle Erfahrung eingehend zu korrigieren.(Zusammenfassung von Springer)
Gelesen wurde: Kapitel I, II und III